Unverwüstlich - Die Geschichte des Kunsthauses Tacheles
Regie:  Falko Seidel  Genre: Dokumentarfilm  Länge: 104 min
Kamera: Falko Seidel, Daniel Goede, Pierre Pasler, Sjard Schoenwaelder    
Darsteller:      
Musik: Leo Kondeyne    Schnitt: Falko Seidel    webside: http://www.openframes.de/unverwuestlich.html

Inhalt:  Eine Dokumentation über die letzte anarchische Künstlerbastion in der Mitte Berlins und die wechselhafte Geschichte des Hauses, welche eng mit der deutschen Geschichte und der Geschichte einer geteilten Stadt verknüpft ist. Eineinhalb Jahre wurde der Kampf der Künstler gegen die drohende Zwangsräumung dokumentiert. Außerdem finden zahlreiche Archivmaterialien angefangen beim Bau des Hauses als Kaufhaus 1908 sowie Zeitzeugenberichte im Film Platz. Im Mittelpunkt steht die Gründungsidee des Kunsthauses, die von der ostdeutschen Free Jazz Gruppe "Tacheles" ausging.

warum gescheitert: Der Film wurde, obwohl vom Publikum zu großen Teilen hochgelobt, weder auf Festivals angenommen noch von Fernsehsendern ausgestrahlt. Angesichts eines Arbeitspensums von guten zwei Jahren muss man hier klar von einem Scheitern sprechen, nicht weil der Film schlecht ist, sondern weil er zwischen allen Stühlen steht.

Unser Kommentar: Wie akribisch und aufwendig ein Filmemacher arbeiten kann und dabei die Integrität der Protagonisten wahrt, läßt sich leicht an Falko Seidel´s "Tacheles" - Doku studieren. Diese auf Spielfilmlänge gezogene Doku wird dem Kultur-Urgut der Vor- und Nachwendezeit der BRD gerecht. Während die friedsame Revolution ihre Kinder frisst und dabei träge und fett wird, sinkt eine Stadt zur Bespaßungsmetropole herab. Lange war das "Tacheles" ein multikulturelles Außenministerium, gehätschelt und gehasst, begehrt und rechts liegen gelassen. Eins war es immer: ein internationaler Touristenort. Ungepflegt, rotzig, den Hackischen Höfen die verbeutelte Stirne bietend. Nun greifen die Nachnachkriegsgewinnler nach der Beute und wickeln nebenbei mit großmännischer Geste diesen Dissidentenstadel ab.